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Was hat denn Petola
aus dem Rhein gefischt? Es ist ein Tierbaby, das fast
ertrunken wäre. Es hat die Augen noch zu und hört erst
auf zu weinen, wenn wir es auf ein Stück Schaffell
legen. |
Das Baby ist 80 Gramm
schwer aber ungeheuer durstig. Petola weckt uns in der
Nacht, wenn es schreit, dann müssen wir es füttern.
Wir haben herausgefunden, dass es ein Iltis ist. Iltisse
haben Stinkdrüsen, darum heisst er jetzt Skunky oder
Puzzola. |
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Bald zerkaut Skunky
den Gumminuggi, und es ist Zeit, ihm Katzenfutter zu
geben. Es übt überall seine Zähne. Petola ist an allem
interessiert. Das hört bald auf, wenn Skunky frecher
wird und Petola in die Nase zwickt. |
| Noch ist seine
Beisskraft nicht zu stark, aber langsam beginnt es weh zu
tun. |
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Besonders gern hat er
Socken, die nicht mehr ganz frisch sind. Wenn noch Zehen
drin stecken, ist es ihm auch recht. |
| Iltisse sind
nachtaktive Tiere, und am Tag schläft er viel, am
liebsten in unserem Bett. |
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Er ist aber sehr
neugierig. Er kommt immer und will sehen, was wir tun.
Inzwischen sind seine Kiefer schon recht kräftig, und
wenn er über den Schreibtisch flitzt, muss ich meine
Finger in Sicherheit bringen. |
| Am liebsten kriecht
Skunky in jedes Loch. Er kennt bald alle unsere
Schubladen. |
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Auch ein Tennisball
ist zum Spielen gut. Wenn er aufgeregt ist, dann macht er
"co-co-co-co", darum heisst er auch Coco. |
| Iltisse leben am und im Boden,
darum gräbt Coco gern in der Erde. Bald hat er alle Erde
aus unseren Blumentöpfen gegraben, und um die Pflanzen
zu retten, müssen wir jeden Topf mit einem Hühnergitter
schützen. |
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Aber um Coco die Freude nicht zu
verderben, stellen wir ihm auf dem Balkon grosse Töpfe
voll Erde hin, in die er richtige Tunnels und Höhlen
gräbt. Auch das Wasser ist sein Element, darum hat er
immer ein Wasserbecken. |
| Irgendwann hat die
Natur gerufen, und Skunky ist abgehauen. Nach 2 Tagen ist
er wieder gekommen. Mit der Zeit ist er immer fauler
geworden. Eines Morgens wussten wir: Skunky ist eine
"Sie". Sie hat 7 Junge bekommen, nackte
rosarote Würmer, die sie bald in die doppelwandige
isolierte Schlafkiste auf dem Balkon bringt. |
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Dann sehen wir die Jungen ein paar
Wochen nicht mehr. Aber bald, wenn die Mutter nicht da
ist, purzeln die Jungen aus der Kiste. Sie haben jetzt
ein dünnes hellgraues Fell. |
| Ihre Hauptbeschäftigung ist
schlafen. Jetzt sind sie etwa so gross wie Skunky war,
wenn Petola sie aus dem Wasser gezogen hat.
Wahrscheinlich ist Skunky damals auch aus dem Nest
gepurzelt. |
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Die Mutter befördert die Jungen
unermüdlich wieder zurück. |
| Je grösser sie werden, desto
schwieriger wird es. |
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Bald zügelt die ganze Bande in
unser Wohnzimmer, wo wir einen Container hinstellen und
als Nest einrichten. Im Spalt zwischen Sofa, Wand und
Container wird ein Junges gefüttert. |
| Zweimal zügeln sie mitsamt Futter
in unser Bett. Skunky erlaubt uns nicht, die Jungen zu
berühren, so müssen wir sie mit ihrem Lieblingsfutter
(rohes Ei) auf den Balkon locken, damit wir die Jungen
wieder aus dem Bett in ihren Container bringen können. |
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Sie sind jetzt Teenager, aber so
wild, dass sie fauchen, wenn wir in die Nähe kommen. |
| Jetzt wissen wir, was
"schlafen wie ein Ratz" heisst, Ratz ist
nämlich ein Iltis. |
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Die Jungen üben ihre Zähne zum
Glück untereinander und nicht an unseren Fingern. |
| Mit der Zeit versucht Skunky immer
hartnäckiger, die Jungen ins Freie zu bringen, und es
wird unmöglich, die Familie weiter in der Wohnung zu
haben. So bauen wir mit der Erlaubnis des Wildhüters im
Wald ein Gehege. |
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Anfangs müssen wir täglich zwei
mal Futter bringen, dann nur noch einmal, dann jeden
zweiten Tag, dann zweimal und einmal pro Woche, weil . .
. . . |
| . . . . Skunky nach einiger Zeit
vom Katzenfutter auf wilde Nahrung umstellt. Wir finden
eine halbe Ratte, dann einen halben Frosch. |
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Skunky wird auch immer wilder und
scheuer. Er faucht uns an und wir sehen ihn immer
seltener. |
| Bald kommt die letzte Begegnung.
Wir haben ein tolles Tier kennengelernt und vermissen es,
obwohl es manchmal an Fingern und Zehen weh tat und ein
paar unserer Zimmerpflanzen sich von den Ausgrabungen
nicht mehr erholt haben. |
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