Hernando Cortes wurde 1485 in Medellin einer Stadt im südlichen
Teil Extramadura geboren. Seine Eltern waren von niederem Adel. Sie wollten,
dass ihr Sohn Recht studiert, deshalb lernte Cortes zwei Jahre Latein.
Doch dann konnten die Eltern seinem Wunsch, ins Militär zu gehen,
nicht mehr standhalten. In der Armee hatte er zwei Möglichkeiten zur
Wahl. Entweder er zog nach Neapel, um dort bei den Kämpfen gegen Frankreich
mitzustreiten, oder er folgte Nicolas de Ovando nach Ame-rika, welches
damals für Indien gehalten wurde. Er beschloss, Ovando zu folgen,
und so kam er 1504 auf Haiti an. Cortes liess sich in Azua nieder. Auf
der Insel herrschte zu dieser Zeit Sklaverei. Dank seinen lateinischen
Kenntnissen wurde er bald zum Schreiber des Stadtrates ernannt. Im Jahre
1506 sammelte er erste militärische Erfahrungen.
Als im Jahre 1511 ein gewisser Velazquez von Diego Colon beauftragt
wurde, Kuba zu erobern, zog Cortes mit ihm, und so wurde Velazquez Sekretär.
Doch es entstand schon bald ein grosser Unzufrie-den unter den Mitgereisten.
Sie schlossen sich gegen Velazquez zusammen. Der Aufstand wurde aber unterdrückt,
und Cortes gefangen genommen. Es gelang ihm jedoch, das Vertrauen von Velazquez
zurückzugewinnen, und wurde zum Alkalden benannt. Als sie dann schliesslich
1519 im Hafen ein-trafen, wurden sie von den Boten Motecuhzomas mit Geschenken
auf dem Schiff begrüsst, in der Hoffnung, dass die Spanier, wenn sie
die Geschenke erhalten hätten, wieder abreisen würden. Doch als
Cortes die wertvollen Geschenke sah, wusste er, dass es sich hier um einen
wohlhabenden Staat handeln musste. Er versuchte auf freundliche Weise herauszufinden,
wo der Herrscher lebte. Aber die Eingeborenen, die mittlerweile merkten,
dass die Spanier auch nur Menschen und keine Götter wa-ren, brachen
den Kontakt mit Cortes ab. So musste sich Cortes einen anderen Weg suchen.
Er bekam von einem verfeindeten König Motecuhzomas zu hören,
und nun sah er seine Chance. Doch war er immer noch Velazquez zu Dienst
verpflichtet. Er schaffte es jedoch durch einen Trick die Hand-lungsvollmacht
zu erlangen, und so machte er sich dann auf den Weg nach Cempolana, um
den ande-ren König zu treffen. Im Gespräch mit ihm erfuhr er
über die Schwächen des Aztekischen Reiches. Zudem rieten ihm
die Totonaken nach Maxcala zu gehen, einem von Motcuhzomas unabhängigen
Stadtstaat. Auf dem Weg dorthin mussten sie aztekisches Gebiet durchqueren.
Sie wurden jedoch überall sehr nett behandelt. Alle Orte, die sie
passierten, wurden der spanischen Krone unterworfen. Cortes versuchte immer
seine freundschaftliche Beziehung zu ihrem Herrscher hervorzuheben. Als
sie an die Grenze zu Tlaxcala kamen, wurden sie von Kriegern angegriffen.
Doch die Angreifer wa-ren klar unterlegen, da ihre Kampftechnik darin bestand
Gefangene zu nehmen anstatt zu töten. Cor-tes brachte viele Krieger
um ihr Leben, bis sich die Einheimischen schliesslich der Krone unterwar-fen.
Nachdem er nun die Stadt erobert hatte, nahm Motecuhzoma wieder Kontakt
zu Cortes auf, in-dem er Gesandte zu ihm schickte. Auf Anraten dieser Gesandten
sollte Cholula, die religiöse Haupt-stadt Mexikos, die nächste
Station sein. Obwohl in die Tlaxcalteken vor Verrat warnten, zog er mit
einer Menge von tlaxcalthekischen Kriegern nach Cholula. Die Führer
der Stadt unterwarfen sich sofort der Krone, und dennoch war Cortes ein
wenig misstrauisch. Er glaubte, dass sie ihn überfallen wollten. So
liess er die Führer gefangen nehmen und tötete 3000 Krieger.
Cortes zog weiter ins Lan-desinnere, dabei entdeckte er einen Weg in die
Hauptstadt, den ihm Motcuhzoma verheimlicht hatte. Sie folgten den Weg
und kamen an den grossen See, in dessen Mitte die Hauptstadt lag. Sie wurden
von Cacarma, dem Neffen von Motecuhzoma, der Herrscher von Tetzcoco war,
empfangen. Als sie den Prunk sahen, fragten sie sich, wie es denn wohl
Motecuhzoma selbst halten würde. Zur gleichen Zeit fürchteten
sich die Bewohner von Tenochtitlans, der Hauptstadt, vor dem Einmarsch
der Spani-er.
Der Eindringling
Am 8. November 1519 zogen die Spanier in Tenochtitlan ein. Motecuhzoma
kam ihnen, von einem grossen Gefolge begleitet entgegen. Nun gingen Cortes
und Motecuhzoma aufeinander zu. Cortes legte dem Herrscher eine Kette aus
Glasperlen um, und jener beschmückte ihn mit Blumen und einem Halsband
aus kostbar gearbeiteten goldenen Hummern! Während der offiziellen
Willkommensan-sprache merkte Cortes, dass man ihn für eine Art Gott
hielt, dass die Tenochtitlanen bereit seien, sich der spanischen Krone
zu unterwerfen. Nur wenige Tage nach dieser Begrüssung setzte Cortes
seinen Plan, sich der Person des Herrschers zu bemächtigen, fort.
Mit einigen wohlbewaffneten Kriegern liess er Motecuhzoma und dessen Neffen
gefangen nehmen.
Nachdem er die Hauptstadt so unter Kontrolle gebracht hatte, begann
er mit der Vorbereitung für die Kolonialisierung des Landes. Er schickte
Soldaten in die Gegend, wo es grosse Goldvorkommen hatte und liess nach
einem geeigneten Hafen suchen. Im Mai 1520 wurden 18 Schiffe an der Küste
gesichtet. Die Flotte war unter der Führung von Panfilo Nervaez, der
Cortes, im Auftrag von Vela-zquez, gefangen nehmen sollte. Motecuhzoma
erfuhr vor Cortes davon und schickte heimlich Boten zu Panfilo. Er hatte
die Hoffnung sich und sein Volk so befreien zu können. Als Cortes
von Nervaez zu hören bekam, zog er sofort mit 70 Soldaten los, da
er seine Herrschaft nun gefährdet sah. Er über-raschte Nervaez
und nahm ihn gefangen, somit besass er noch mehr Soldaten. Während
Cortes die Kontrolle der Küstengebiete wieder herstellte, kam ein
Hilferuf aus der Hauptstadt.
Pedro de Alvadro, der das Kommando hatte, gab die Erlaubnis das Fest Toxcatl zu feiern. Bei die-sem Fest führen die Adeligen und die höheren Krieger religiöse Tänze auf. Alvadro liess die Tempel umstellen. Er drang ein und metzelte die Adeligen nieder. Als das Volk davon zu hören bekam, drängten sie die Spanier zurück. Als Cortes dann wieder in der Stadt ankam, wurde er ebenfalls zu-rücktrieben. Er liess Motecuhzoma zum Volk sprechen. Doch dieses akzeptierten ihn nicht mehr und bewarfen ihn mit Steinen, von denen ihn einen tödliuch verletzte.
Der Eroberer
Die Spanier gingen nach Tlaxcala zurück, wo sie nett aufgenommen
wurden. Der Feldzug führte die Spanier nach Tepeaca. Dort kam es zu
einem grossen Gemetzel. Cortes Ziel war es, die Stadt zu-rückzuerobern,
die einen neuen Herrscher namens Luauhtemoc hatte. Er zog gewaltsam weiter.
Alles was sich der Krone nicht unterwarf, wurde vernichtet. Cortes
hatte vor, die Stadt mit Schiffen anzu-greifen.
Am 10. Mai 1520 ging die Belagerung los. Die Spanier und ihre Freunde
hatten sich in drei Truppen aufgeteilt. Es kam zu einem grossen Kampf,
und Cortes hatte viele Tote und Verletzte zu beklagen. Er zerstörte
die Trinkwasserversorgung. Dann wurden sie in eine Falle gelockt. Dabei
mussten sie eine so grosse Niederlage einstecken, so dass sich die Verbündeten
aus dem Staub machten. Sie kehrten jedoch zurück, als der Kampf wieder
mehr für die Spanier lief. Abermals verstärkt, griff Cor-tes
zum Endangriff an, wobei es zu einem grossen Massaker kam. Am 13. August
1521, 75 Tage nach dem Beginn des Krieges, musste die Stadt kapitulieren.
Cortes liess die Stadt wieder aufbauen und nach dem bereits erworbenen Gold suchen, von dem man nur ganz wenig im See fand. Da seine Leute abermals unruhig wurden, liess er im ganzen Land wei-ter nach Gold suchen. Cortes benannte die Stadt Neuspanien. Um 1525 gehörte der Teil Zentralme-xiko zu Spanien.
Zu Beginn des Jahres 1522 kam Christobal de Tapia, der eine Bestattung
als Gouverneur hatte in Veracruz an. Cortes fürchtete um seine Existenz
und schickte ihn mit wenigen Goldschätzen nach Spanien zurück.
Die Einsetzung Tapias erfolgte durch Bischof Fonseca, der ein erklärter
Gegner von Cortes war.
Im Juni 1522 kam ein Schiff mit Catallina, der Frau Cortes, in Mexiko
an. Sie starb jedoch schon bald darauf. Man sagte, Cortes habe sie umgebracht,
um eine Last weniger am Hals zu haben. Es folgte ein langes Warten für
ihn, in dem es darum ging, ob er Gouverneur würde oder nicht. Er schickte
nochmals Schätze und eine Nachricht nach Spanien und erhielt dann
am 15. Oktober 1522 den erlö-senden Brief. Verwandte reisten nach,
die gleichhohe Stellungen einnahmen. Cortes hatte nochmals einen Widersacher
namens Garay. Doch sie verbündeten sich bald, und als Garays Leute
einmal angegriffen wurden, waren sofort Cortes Leute zur Stelle und metzelten
die Feinde nieder. Cortes hatte nun praktisch ganz Mexiko erobert. In einem
Brief an den König bat er darum, ihm gewisse Gebiete zuzuschreiben.
Es waren dies zwei Drittel des Landes und vor allem die wertvollsten. Nach
langem Hin und Her wurde die Forderung 1526 erlaubt. Der König setzte
sich jedoch für mehr Frei-heit der Indianer ein und schickte drei
Franziskaner Mönche nach Mexiko, um die Leute zu bekeh-ren.
Der Verlierer: Langer Marsch nach Honduras
Im Januar 1524 stach eine Flotte ins Meer zur Entdeckung des Südmeers.
Sie war unter dem Kom-mando von Olid. Während dem diese Expedition
lief trafen vier Gesandte in Neuspanien ein um Cortes zu kontrollieren.
Sie stellten ihm nur einen geringen Sold zur Verfügung was ihn sehr
ärgerte. Was ihn jedoch wirklich in Wut versetzte, war die Nachricht,
dass sich Olid mit Velazquez verbündet hatte und nun für jenen
das Südmeer erforschte. Cortes schickte unverzüglich eine weitere
Flotte nach. Als Las Casas in Honduras ankam wurde er von Olid mit Kanonenschüssen
begrüsst und ge-fangen genommen. Da Olid noch einen weiteren Gefangenen
namens Gil Gonzales Davila, ebenfalls einen Eroberer hatte, schlossen sich
die beiden zusammen und überwältigten gemeinsam Olid. Da aber
Cortes von all dem nichts erfuhr verliess er im Oktober 1524 Neuspanien
ebenfalls in Richtung Honduras. Kaum hatte er das Land verlassen, kam es
schon zum Streit zwischen den Stadthaltern. Cortes hatte auf seiner Expedition
grosse Probleme, denn es war nur sehr wenig Nahrung vorhanden. Während
seiner Reise bekam er von einem Verrat Cuauhtemocs zu hören und so
gab er den Befehl ihn hinzurichten, womit der letzte Herrscher des aztekischen
Reiches starb.
Da man in Spanien lange nichts mehr von Cortes gehört hatte, glaubte
man er sei tot und so zog und so kam ein Mann namens Diego de Oraz. Als
er sah, dass Cortes auf der Insel nicht anwesend war, bereicherte er sich
so gut wie möglich und liess die Anhänger Cortes umbringen. Cortes
bekam da-von zu hören und so brach er seine Expedition ab um nach
Mexiko zurückzukehren. So traf er am 15. Juni in Mexiko ein, wo er
gross gefeiert wurde. Doch 10 Tage später kam ein Schiff mit Richter
Luis Ponce de Leon an. Er hatte die Aufgabe Cortes zu suspendieren. Cortes
sah nun nur noch eine Mög-lichkeit seine Herrschaft zu retten, er
musste zum König. Und so stach er wieder in See.
Der Marques: Letzte Bemühungen
Mitte Mai 1528 kam Cortes in Selvilla an. Er bekam eine Audienz bei
Karl V. in Toledo. Von ihm erhielt er grosse Ehren. So wurde er im Juni
1529 zum Marques des Tals von Oaxaca ernannt. Diese Ernennung war mit 23000
Vasallen verbunden. Kurz darauf verheiratete er sich mit Dona Juana de
Zuniga, welche Adlige war. Zusammen mit ihr kehrte er im Jahre 1530 nach
Neuspanien zurück. Er wurde jedoch unfreundlich empfangen. Während
seiner Abwesenheit verliefem nämlich Untersu-chungen gegen ihn. Er
wurde in mehreren 100 Punkten schuldig erklärt. Er verlor all seine
Vorrechte und auch im Amt des Marques wurde ihm keine freie Hand mehr gelassen.
Da er sah, dass es für ihn nichts mehr in Neuspanien zu tun gab,
versuchte er sich erneut in Süd-meerexpeditionen. Diese blieben jedoch
meist erfolglos. Im Frühjahr 1540 schliesslich kehrte er nach Spanien
zurück. Er lebte am Hof des Königs ohne jedoch politischen Einfluss
zu haben. Er zog sich dann später nach Castilleja de la Cuesta in
der Nähe von Selvilla zurück wo er am 2. Dezember 1547 im Alter
von 63 Jahren starb.