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Fahren in der Gruppe



Gerade Einsteiger können bei gemeinsamen Ausfahrten vom Fahrbeispiel eines erfahrenen Vordermannes viel profitieren. Will man aber sicher in der Gruppe fahren, tut man gut daran, sich an einige zusätzliche Regeln zu halten, um gesund nach Hause zu kommen.

Wer permanent mit dem Vorderrad quasi am Heckbürzel der vorausfahrenden Maschine knabbert, weil er eigentlich schneller könnte als der Vordermann - oder es zumindest meint - lebt gefährlich und gefährdet darüber hinaus auch die Kollegen vorne und hinten. Denn eines ist ein Horror: Ein Auffahrunfall innerhalb einer Motorradgruppe.
In der Folge zählen wir die wichtigsten Punkte auf, deren Berücksichtigung stressfreie Ausfahrten ermöglicht und für das Gruppenfahren typische, zumeist unbewusst gewählte und deshalb um so gefährlichere Verhaltensweisen eliminieren hilft.

Vor der Abfahrt
Zum gemeinsamen Treffpunkt kommen alle mit vollem Tank und leerer Blase, damit nicht auf den ersten Kilometern, wenn alle noch "heiss" aufs Fahren sind, schon angehalten werden muss. Man sollte sich unbedingt vor dem Start die Zeit nehmen, um die wichtigsten Angaben zur Tour allen mitzuteilen. Dazu gehören: Tages-Zielort, Route, (Tanken, Pause), Etappenort sowie im Handy-Zeitalter ein paar ausgetauschte Telefonnummern. Gerade Neulinge ermöglicht das, wenn sie trotz aller Umsicht etwa in einem Stadtzentrum an Ampeln den Anschluss verlieren, die Gruppe wieder zu finden, ohne im Stress Risiken eingehen zu müssen. Im Übrigen sind die Schnellen hinten in einer Gruppe besser aufgehoben, weil es ihnen leichter fällt, den "Handorgeleffekt" zu kompensieren. Sind acht oder mehr Töffs dabei, Untergruppen bilden, sonst wirds unübersichtlich!
Gruppenfahren Vor der Abfahrt muss besonders für die Neulinge eine klare Reihenfolge festgelegt werden. Es ist klar, dass eine erfahrene Person die Gruppe anführt, die es im Griff hat, das Tempo den Langsamsten anzupassen. Gleich dahinter folgen nicht die Schnellsten im Club, sondern eben die mit der geringsten Erfahrung und die mit den langsamsten Maschinen. Trotzdem muss allen klar sein, dass jeder die Verantwortung für sich selbst trägt! Das gilt vor allem fürs Überholen, und es heisst auch, dass man sich nicht "anzünden" lässt, über die eigenen Leistungsverhältnisse anzupassen. Gegenseitiges Überholen in Gruppen ist tabu, ausser man winkt sich gegenseitig vorbei.

Unterwegs
Innerhalb der Gruppe auf Geraden sollte versetzt gefahren werden, um die Strasse weiter überblicken zu können. In Kurven fahren dann wieder alle auf der Ideallinie. Auch da genügend grosse Sicherheitsabstände einhalten. Vorne in der Gruppe nie unnötig hart bremsen und bei Abzweigungen möglichst früh blinken, damit die Nachfolgenden reagieren können.
Fast das Wichtigste aber innerhalb der Gruppe ist, dass sich alle Mitglieder immer wider mit dem Rückspiegel versichern, dass der Nachfolgende nicht entscheidende zurückfällt. Geschieht dies, muss man sich unbedingt selbst zurückfallen lassen. Notfalls wird an einer geeigneten Stelle angehalten. Wird diese Regel befolgt, kann niemand hinten in der Gruppe verloren gehen. An roten Ampeln unbedingt anhalten.
Wenn die vorherige Regel befolgt wird, wird der vordere Teil der Gruppe auf die "Abgehängten" warten.


MSS 11/2002