Weltreise
Bericht 5 Teil II:
Intermezzo Backpacking II
In Delhi treffen wir nochmals auf Daniel und Karolina, nun ohne Mercedes unterwegs. Wir haben uns viel zu erzaehlen und unternehmen einiges. Neben gemeinsamen McDonalds Besuchen und Visabesorgungen joggen wir morgens durch den nahen Park in dem gruene Papageien herumflattern und Affen sich ueber die Baeume jagen, nur die traegen Kuehe bleiben auf der Strasse stehen und wuehlen im Abfall. Das Visum fuer Myanmar erhalten wir ohne Probleme, aber das Permit fuer den Nordosten Indiens ist uns zu teuer und dauert zu lange. Trotzdem moechten wir aber noch versuchen ueber Land Myanmar zu erreichen.
Das Zugfahren ist wesentlich besser als das Busfahren. Es ist angenehmer und schneller. Wir kommen in die fast untouristische Stadt Gwalior mit ihrem 3km gewaltigen Fort auf dem nahen Huegel. Trotz den Tabletten haben wir anscheinend unsere Darmprobleme noch nicht ganz abgeschlossen. Georg hat jeweils abends ein wenig erhoehte Temperatur.
Fuer eine Erholung bietet sich das suedoestlich gelegene Khajuraho an, nur die ewig lange Busfahrt ist zermuerbend und raubt einem die gute Laune. Dieser Ort ist ruhig und liegt weitab von lauten, ueberfuellten Verkehrsstrassen oder verschmutzten, smoggeplagten Staedten inmitten von ausgedehnten Anbauflaechen. Sehr viele Touristen aller Klassen finden den Weg hierher wegen den alten, ockerfarbenen Tempeln, die mit sehr erotischen, teils sogar schockierend pornografischen Reliefs verziert sind. Die Touristen haben wiederum Souvenirgeschaefte und Restaurants angezogen. Besonders muehsam sind die indischen Guides und Ladenbesitzer, die wir nur schwer abwimmeln koennen und dabei muessen wir haeufig unfreundlich sein.
Nach ein paar Tagen in Khajuraho sind wir per Zug auf dem Weg nach Assam. Die Fahrt mit zwei Mal umsteigen sollte zweieinhalb Tage gehen. Nach 24h aber halten wir bei Jamalpur in der Provinz Bihar ungewoehnlich lange. Jugendliche haben mit Gewalt den Zug angehalten und durchkaemmen ihn nun nach Fahrgaesten mit Wohnort in der Stadt Bihar (Provinz Assam). Davon haben wir aber keine Ahnung und sehen nur wie die Jugendlichen durch den Zug marschieren, und einige zeigen dabei auf uns. Nachdem Fahrgaeste die Tueren verschlossen haben, schlagen die Jugendlichen die Scheiben mit Steinen ein um sich Einlass zu verschaffen. Alle Fahrgaeste, so auch wir, fluechten sich auf die oberen Betten. Wir haben Angst um unser Gepaeck und uns. Zum Glueck geht aber alles glimpflich aus. Die Polizei kommt und der Zug kann mit 3 stuendiger Verspaetungen weiterfahren. Diese Studenten seien auf Rache aus, denn sie wurden waehrend einem Pruefungsaufenthalt in Bihar (Assam) zusammengeschlagen.
Uns ist die Lust ganz und gar vergangen nach Assam zu fahren und sowieso nicht mit diesem demolierten Zug, der nichts desto trotz seine vorgesehene Fahrt fortsetzt. Wir uebernachten in der naechst groesseren Stadt, Bhagalpur, und erhalten dank der Presse, zwei vom TV und einer von der Hindustan Times, die uns gruendlich ueber den Vorfall und auch unsere Reise interviewen, ganz Bhagalpur zeigen und uns beschenken, noch Plaetze im vollbesetzten Zug fuer den naechsten Tag nach Kolkata (Calcutta).
Waehrend wir hier ziemlich aussichtslos nach einer Schiffspassage nach Myanmar suchen - wir wollen wenn moeglich ja nicht fliegen auf unserer Reise - erreicht uns ein Mail von zu Hause, dass es Aleksas Grossvater in Polen nicht so gut geht. Wir entscheiden uns die Weihnachtsueberraschung, die wir unseren Familien in der Schweiz sowieso bescheren wollten, vorzuziehen. Zum ersten Mal fliegen wir auf unserer Reise von Kolkata nach Bangkok. Hier schauen wir uns nun nach billigen Fluegen nach Europa um und danken unserem Freund Paulo sehr, dass er immer noch unser Gepaeck aufbewahren wird...
20.12.2003
Nach zwei Wochen in Polen sind wir am St. Nikolaustag in der Schweiz angekommen. Wir geniessen sehr die Adventsstimmung und freuen uns auf Weihnachten. Wir wuenschen auch Euch schoene Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2004!
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