Weltreise
Jahresbericht 2:
17. Juni 2004 Jahresueberblick
Das zweite Jahr startete für uns am 19.8.2003 in Kirgistan. Die Fahrräder hatten uns treu gedient wurden aber dann an in Kirgistan lebende Europäer verkauft. Mit öffentlichen Transportmitteln reisten wir von Kirgistan über China nach Pakistan und dann Indien, wo uns das unhygienische Essen einige Magen/Darmkrankheiten mit Arztbesuch bescherte. Das burmesische Visum klebte bereits im Pass aber familiäre Geschehnisse liessen uns für zwei Monate heimfliegen: Kolkata (IN) - Bangkok (THA) - Kiev (UA) - Warschau (PL) und nach zwei Wochen in Polen nach Zürich. Wir genossen sehr die Weihnachtszeit zu Hause. Im Januar wieder ins Flugzeug: Zürich (CH) - Warschau (PL) - Kiev (UA) - Bangkok (THA).
Acht Monate hatten unsere Motorräder in der Zwischenzeit ungebraucht ausgeharrt, aber nach einem richtigen Service konnten wir sie während einer Woche in Kambodscha testen. Per Flugzeug erreichten wir und unsere Motorräder einen neuen Kontinenten. Nach langwierigem Papierkrieg (Zollformalitäten, Motorrad Registrierung) verbunden mit hohen Ausgaben konnten wir unser Australienabenteuer starten. Aus Mangel an guten Stellen wurde aus Geldverdienen nichts und so verkürzte sich unser Aufenthalt hier drastisch. Sydney, Brisbane, über eine Schotter/Sandpiste nach Alice Springs, das Rote Zentrum und in den tropischen Norden nach Darwin, wo wir den 1 Teil unserer Weltreise abgeschlossen haben. Die Suzukis schickten wir auf eine lange Seereise heimwärts. Unsere Rückreise bescherte uns einige Tage Erholung auf Bali (Indonesien). Am 17.6.2004 landeten wir wieder in der Schweiz - das 2. Jahr waren also eigentlich nur 10 Monate. Unsere Motorräder konnten wir am 5.8.2004 mit einiger Wochen Lieferverspätung in Monza (bei Mailand, Italien) abholen.
Reisekilometer 19521 total: 10858km Motorrad, 180km Fahrrad, 3532km Bus, 2346km Zug, 320km LKW, 2285km Auto
gewesen in 11 Ländern, 5 davon noch nie; 15-mal eine Ländergrenze überschritten, 4 davon ohne Visa/Stempel; 10 Sprach-, 7 Schriftgebiete durchquert
belichtete Filme: 13 Dia, 3 Color
hoechster Punkt: 4733m Khunjerab, China/Pakistan
tiefster Punkt: 0 m. ü. M.
meiste Zeit in einem Land: 95 Tage in Australien
Schlafplaetze: 'normale' Übernachtungen wie H/Motel, Guesthouse, Zelt, Bungalow... aber auch bei Bauern zu Hause, in einem usbekischen Haus in Kirgistan mit holländischen Gastgebern, die für eine Schweizer Firma arbeiten, in einem Schlafbus in China, wo 20cm neben Dir unvorstellbar viel Holz gesägt wird, auf 3000 Metern am höchsten Highway (eigentlich eine kleine Schotterstrasse) der Welt, in einer Jugi, die 200m neben einer Tankstelle stand, die gerade von einer aufgebrachten Menschenmenge in Brand gesetzt wird, in dreckigen überfüllten Zügen, die vergittert sind, in einer Berghütte mit Schnee und wunderbarer Aussicht und zwischen Kangarus und Riesenechsen
Geschenktes: Äpfel, Schlüsselanhänger, Tourführung, x-mal Einladung zum Essen...
uns Geklautes: nichts - aber unser Check-in Gepäck war für 2 Monate weg (Fluggesellschaft: Thai Air)
techn. Probleme/Service: Motorrad: je neuer Hinter- und Vorderreifen, je ein Ölfilter, Zuendkerzen und neue Kupplungsbeläge und -federn bei 650er, neue Benzinfilter, Kettenkit und Scheinwerferlampe bei 350er, Ventil- und Dekompressionsheben eingestellt;
Krankheiten: schmerzenden Knie und Achillessehne bei Aleksa, Höhenkrankheit (starke Kopfschmerzen) am Khunjerab, Fieber (über 40 Grad), mehrmals schlimme Magen/Darmprobleme mit Amöben im Darm und nachfolgende Arztbehandlungen (Georg 2x), Sonnenbrand
Unfaelle: einige Umfaller in Sand und Schutt, aufgefahren und Kofferschloss defekt
Die 10 Reisehoehepunkte von Aleksa:
1. Pannen- und unfallfrei ohne bleibende körperliche Schäden
2. Quatschen und jassen mit Weltenbummler Dani und Karolina
3. erfreuliches, nicht fundamentalistisches Pakistan: kopftuchlose Freiheit für Aleksa!
4. fantastisches Himalajagebirge in China, Tibet, Kirgistan, Pakistan, Indien...
5. spannende Bekanntschaften mit anderen Weltenbummlern
6. unsere Reise hat mir den Horizont erweitert: ich bin ein bisschen weltoffener, flexibler, unvoreingenommener... geworden
7. Weihnachtlicher Überraschungsbesuch von uns in PL und CH
8. unglaublich reiche australische Tierwelt
9. offenes, strahlendes, herzöffnendes Lächeln der Bevölkerung von Laos, Kambodscha...
10. bin von den Kakatoos (Papageienenart) begeistert und von den klaren farbenprächtigen, landschaftlichen Kompositionen Australiens
Die 10 Reisehoehepunkte von Georg:
1. grossartige Landschaft am Karakorum (Pakistan)
2. die Hochebene im Pamir mit Pik Lenina (Kirgistan)
3. Flug mit Kleinflugzeug in Port Macquarie (AUS)
4. die roten Ruinen von Ankor (Kambodscha)
5. die Kultur von Bali (Gläubigkeit, Opfergaben, Feste)
6. unsere neuen Freunde immer wieder irgendwo auf der kleinen Welt zu treffen
7. die farbigen Kleider von Indien
8. die Tiere in Australien (Papageien, Kangaroos, Emus...)
9. das Check-in Gepäck ist doch noch nach 2 Monaten aufgetaucht
10. Weihnachten zu Hause
Die 10 Reisetiefpunkte von Aleksa:
1. Befall von Parasiten in Form von Magen-, Darmbakterien und -amöben in Pakistan und Indien
2. roter Terrorsand zu fahren in Australien
3. heruntergekommene, aussterbende Aborigineskultur - Schande über uns Weisse!
4. vorläufiges Reiseende
5. Indisches Essen, Hygiene, Überpopulation, Lärm... (betrifft nicht die Bergregionen)
6. psychische und körperliche Belastung bei Motorradverschickungsmanövern mit Behörden
7. für zwei Monate ging unser Check-in Gepäck verloren, mickrige Entschädigung von Thai Air
8. haarsträubende Kosten für unsere Töfffracht und die Lagerungsgebühren, Zolldokumente etc.
9. Unmöglichkeit unsere Motorräder in Australien zu verkaufen (miese wirtschaftliche Lage in Darwin oder zu hohe Normanpassungskosten...)
10. unflexible ex-Soviet Behörden
Die 10 Reisetiefpunkte von Georg:
1. überfallener Zug von rachesüchtigen Studenten in Indien
2. das Essen in Pakistan und Indien, die nachfolgende Amöbenkrankheit und der Arztbesuch in Indien
3. Ende der Reise
4. nicht unsere eigenen Fahrzeuge zu haben als Backpacker
5. Visaprobleme in Kirgistan
6. die teuren Flüge und Motorradtransporte
7. dass wir Myanmar auslassen mussten, obwohl wir die Visa schon hatten
8. unser Check-in Gepäck ging fast verloren und damit meine Tagebücher
9. 6 kg abgenommen in Indien - zu mager!
10. 14 kg zugenommen in Polen und der Schweiz - zu dick!
In welchem Land koennte ich mir vorstellen zu leben:
Aleksa:
Australien (ausgesprochen bequem) oder dort wo es meinen Mann hinzieht
Georg:
Australien, aber nur für ein paar Jahre
Welches Land wuerde ich gerne nochmals sehen:
Aleksa:
- zur Erholung Thailand auf paradiesischen Inseln
- Himalajagegend zu Fuss oder mit dem Fahrrad
Georg:
- Tajikistan, waren wir zwar noch nie, aber genau darum
- von Indonesien habe ich zu wenig gesehen
Bestes Essen:
Aleksa:
- zu Hause (PL, CH)
- Thai Food
Georg:
- die Vielfalt der Gerichte in Thailand, haben wir beim ersten Besuch nicht richtig bemerkt
- das Essen in Polen und der Schweiz
- die Hamburger waren sehr gut in Australien
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