Die Bremstechnik



Nachdem nun die Falltechnik bekannt ist, sollten wir uns Gedanken übers Bremsen machen. Auch wenn man vorausschauend fährt, lässt es sich nicht vermeiden, dass man je nach Situation schneller oder langsamer bremsen muss. Wäre doch ärgerlich, wenn man an einem Softice-Automaten vorbeirollen muss, nur weil man nicht rechtzeitig anhalten konnte. Die Sache mit dem Umklammern der Strassenbeleuchtung oder der Notstopp sieht nicht sonderlich elegant aus, und eine freie Wiese hat es auch nicht immer zur Verfügung. Hilfreich ist, wenn man zuerst einige Übungen mit Fahren auf einem Bein macht. Gerade auch beim Bremsen ist es wichtig, das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Nicht vergessern werden darf, dass man wie beim Auto auch einen Bremsweg hat. Deshalb immer rechtzeitig vor dem Endpunkt mit bremsen beginnen.

Zum Bremsen gibt es verschiedene Techniken. Diese sollten möglichst von Anfang an geübt werden, damit das Fahrvergnügen nicht getrübt wird. Nichtbeherrschen der Bremstechnik ist eine der häufigsten Unfallursachen.

Das sind die wichtigsten Bremstechniken:



Der Hacken-Stop:

Wer seine Stopper noch nicht abmontiert hat, was bei den meisten Anfänger der Fall ist, sollte mit diesen beginnen. Je nach Schuhhersteller ist ein unterschiedliches System montiert. Am besten lassen Sie sich beim Kauf die richtige Anwendung zeigen. Ist der Verkäufer dazu nicht in der Lage, suchen Sie sich ein anderes Geschäft. Die folgende Anleitung habe ich so generell wie möglich gehalten, basiert aber auf dem einfachsten System, dem normalen Stopper am rechten Schuh.

Wichtig ist es, die Beine parallel zu halten. Der rechte Skate wird nun nach vorne geschoben und vorne angehoben, die hinterste Rolle aber unbedingt auf dem Boden lassen. Das rechte Bein gestreckt halten und das linke Knie beugen. So kann die Bremswirkung mittels Druck auf den Bremsklotz dosiert werden. Um durch die Bremswirkung nicht das Gleichgewicht zu verlieren, den Oberkörper leicht nach hinten neigen.

Der Hacken-Stop lässt sich am besten auf einem freien Platz üben. Einfach zwei Marken im Abstand von 3 Metern anbringen. Danach etwas Anlauf holen, bei der ersten Marke mit dem Bremsen beginnen und versuchen, bei oder vor der zweiten anzuhalten.

Bei den Bremssystemen von z.B. Rollerblade und Roces darf der rechte Schuh nicht angehoben werden. Das Bremssystem ist so konstruiert, dass man den Fuss nach vorne drückt. Durch einen Hebel wird der Stopper nach unten, resp. die Bremsbacken auf das hintere Rad gedrückt. Der Vorteil dieser Systeme liegt auf der Hand. Der Schuh bleibt auf dem Boden und kann so besser kontrolliert werden.


Der T-Stop:

Der T-Stop hat seinen Name von seiner Form. Auch hier sind am Anfang beide Füsse parallel. Um zu bremsen, wird das Gewicht auf das Standbein verlagert (je nach Skater verschieden, findet man aber schnell heraus). Der andere Skate wird angehoben, um 90° abgedreht und langsam nach hinten auf den Boden gesetzt. Wichtig ist es, dass das Gewicht auf dem Standbein gelassen und dessen Knie leicht gebeugt wird. Nun kann begonnen werden, das Gewicht gleichmässig auf die Innenkante des abgedrehten Skates zu verlagern.

Das Problem am Anfang besteht darin, dass der querstehende Schuh nach links oder rechts wegziehen wird. Der Grund dafür ist beim ungleichmässigen Belasten der vordersten oder hintersten Rolle zu suchen. Einfach den hinteren Schuh entlasten und nochmals neu mit Bremsen beginnen. Nach ein paar Übungen hat man das Gefühl für das richtige Bremsen gefunden.

Es hat sich als hilfreich erwiesen, als erstes das Fahren auf dem Standbein zu üben. Als zweiter Schritt zuerst einmal nur die vorderste Rolle auf den Boden bringen, ohne diese zu belasten. Fühlt man sich sicher, einfach noch den ganzen Schuh ablegen.

Nur nicht verzagen, auch hier gilt: „Übung macht den Meister”. Wer diese Bremstechnik erst einmal beherrscht, wird nicht mehr darauf verzichten wollen.


Der Power-Turn:

Muss man nun wirklich einmal sehr schnell bremsen, so kann man auf den Power-Turn zurückgreifen. Was in der Beschreibung so einfach tönt, hat es aber schön in sich. Der Power-Turn ist im Grunde genommen nichts anderes als eine sehr schnell gefahrene Kurve. Auf einer rauhen Oberfläche sollte man aber vorsichtig sein! Zum Üben, wie immer, langsam anfangen. Auch wenn es vielleicht die schwerere Seite ist, sollte man den Bogen immer im Uhrzeigersinn ansetzen. Das hat den Vorteil, dass man im schlimmsten Fall in der Wiese oder einem Garten landet. Würde der Bogen auf die andere Seite angesetzt, hätte das zur Folge, dass man zum Beispiel direkt einem Auto vor die Motorhaube fährt.

Als erstes die Beine leicht grätschen. Danach das Innenbein (rechtes) belasten. Es ist hilfreich, am Anfang beide Hände auf das rechte Knie zu legen. Das andere Bein führt jetzt einen weiten Bogen im Uhrzeigers aus und ist unbelastet. Dazu den Oberkörper leicht nach vorne neigen.


Der Power-Stop:

Der Power Stop ist eine der schnellsten Bremsarten, der vordere Skate wird quer zur Fahrtrichtung gestellt. Aber dafür werden die teuren Rollen auch stark beansprucht. Trotzdem kann es nicht schaden auch diesen zu üben, damit er im Notfall auch angewendet werden kann. Aber Achtung, bei Strassen mit Rillen oder anderen ähnlichen Hindernissen darf nicht so gebremst werden. Die Gefahr von einer Verletzung, wenn die Räder sich darin verfangen, ist zu gross. Auch auf rauhen Oberflächen ist diese Bremstechnik problematisch, ebenso mit weichen Rollen, da diese stärker blockieren.

Der Bewegungsablauf ist am Anfang genau gleich wie beim Power-Turn. Statt dass der Bogen jedoch zu Ende gefahren wird, wird der Fuss nach der Hälfte abgedreht und quer zur Fahrtrichtung gestellt. Es gilt zu beachten, dass der Winkel nicht zu steil ist. Am besten ist es, den Skate am Anfang flach zur Oberfläche zu legen und den Winkel langsam zu vergrössern. Der rechte Fuss wird dabei so gedreht, dass man mit diesem rückwärts fährt.

Als Variante des Power Stop kann man von der normalen Fahrt direkt in den Power Stop "springen". Dazu den rechten Schuh drehen und den linken quer davor setzten. Wiederum einen sehr flachen Winkel wählen und diesen langsam vergrössern.